10.08.2023

Nordkirche: Neue Anerkennungskommission tritt an

Am 10. August 2023 konstituierte sich ein für Aufarbeitung und Anerkennung sexualisierter Gewalt zentrales Gremium der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland: Eine neu besetzte Anerkennungskommission traf sich zur ersten Sitzung.

Die Kommission steht für die Übernahme von Verantwortung und Leistung von Anerkennung und lädt betroffene Menschen ein zum Dialog: „Die Besetzung der Anerkennungskommission verspricht eine gute Zusammenarbeit für die Betroffenen in einem derart sensiblen Bereich“, sagt deren Vorsitzende Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode anlässlich der konstituierenden Sitzung.

Dabei startet die Kommission neu besetzt mit sieben fachlich wie persönlich vielfältig erfahrenen Mitgliedern. Sie kommen aus der Betroffenenarbeit und Traumatherapie, Soziale Arbeit, Rechtsprechung und Psychologie, Kirche und Seelsorge. Wichtig zu wissen ist: Die Kommission ist in ihrer Arbeit von der Nordkirche unabhängig und nicht weisungsgebunden. Sie bringt im Dialog mit Betroffenen individuell passende Anerkennungsleistungen materieller und immaterieller Art auf den Weg.

 

Wichtige Aufgabe: der Dialog mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt

Jedes Mitglied bringt ausgewiesene persönliche wie fachliche Erfahrung ein. Den Vorsitz führt Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode, den stellvertretenden Vorsitz übernimmt Professor Dr. Friedemann Schulz von Thun. Im Folgenden sind die Kommissionsmitglieder in alphabetischer Reihenfolge benannt:

  • Frauke Eiben, Pröpstin i. R., Leitungserfahrung von Beratungsstäben zur Aufarbeitung in der Nordkirche, Lübeck
  • Anne Haerting, Mitarbeiterin der MISS-Beratungsstelle, Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt und psychosoziale Prozessbegleiterin, Rostock
  • Ulrike Hillmann, Richterin a. D. und Präses der Landessynode, Ostholstein
  • Gilvert Krull, Fachanwalt für Miet- und Wohnungsrecht sowie Bau- und Architektenrecht, Hamburg
  • Klaus Machlitt, Traumatherapeut und Mitglied im Beratungsstab des Kirchenkreises Flensburg-Schleswig
  • Professor Dr. Friedemann Schulz von Thun, Leiter des Schulz von Thun Instituts für Kommunikation und Professor für Psychologie i. R., Hamburg
  • Hanne Stiefvater, Vorständin der Evangelischen Stiftung Alsterdorf Hamburg, Betriebswirtin und Diplom-Pädagogin

Die Kommission wurde von der Kirchenleitung der Nordkirche auf ihrer Sitzung am 07. Juli 2023 mit Wirkung zum 01. August 2023 berufen. Die Geschäftsführung der Kommission obliegt Katharina Seiler, stellvertretende Leiterin der Stabsstelle Prävention - Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt in der Nordkirche. Sie bekräftigt: „Es ist gleichermaßen wichtig für die Bewältigung der Vergangenheit der Nordkirche wie für die Zukunft der Kirche und der Prävention, dass wir den Weg der Anerkennung und Aufarbeitung gemeinsam gehen, im Dialog mit Betroffenen.“ Die Sitzung fand statt in der Stabsstelle Prävention – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt der Nordkirche, Hamburg.

 

Die Aufgabe der Anerkennungskommission 

Die neue Kommission knüpft an die Arbeit der bisherigen Unterstützungsleistungskommission an, die seit 2012 besteht. Sie wurde von betroffenen Personen, die den Dialog mit der Kommission suchten, als glaubwürdig und fachlich versiert anerkannt. Die Anerkennungskommission setzt sich für Menschen ein, die im Rahmen kirchlicher Zusammenhänge in der Vergangenheit sexualisierte Gewalt erfahren haben und Anerkennung und Aufarbeitung wünschen. Die Kommission geht wertschätzend und sensibel in den Dialog mit den Betroffenen. Diese können sich im Gespräch von Vertrauten, alternativ von ehrenamtlichen Lotsen oder Lotsinnen der Kommission, begleiten lassen. Anerkennungen materieller und immaterieller Art sollen den Weg der Betroffenen erleichtern.

Hier finden Sie die Kontaktdaten sowie weitere Informationen zur Anerkennungskommission: Anerkennung & Aufarbeitung.