Akademie der Nordkirche/Stabsstelle: Werkstatt-Tag macht- und traumasensible Sprache
Am 27. März 2026 fand in Kiel ein Werkstatt-Tag der Evangelischen Akademie der Nordkirche zu macht- und traumasensibler Sprache statt, in Kooperation mit der Stabsstelle Prävention. Hier finden Sie Einblicke in den Tag.
Sprache kann heilen – oder verletzen
Unter diesem Leitgedanken erkundeten rund 40 Teilnehmende eines Werkstatt-Tages der Nordkirche, wie sie in Gottesdiensten und spirituellen Räumen achtsam mit Erfahrungen von Macht und Ohnmacht umgehen können. Geplant hatten das Programm unter anderem die Evangelische Akademie der Evangelischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), das Gottesdienstinstitut und die Stabsstelle Prävention – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt der Landeskirche sowie das Christian Jensen Kolleg in Breklum.
Ziel der vielfältigen Workshops des Werkstatt-Tages im Veranstaltungszentrum Kiel war es herauszufinden, ob Sprache Menschen mit Erfahrungen von Gewalt und sexualisierter Gewalt in Kirche Raum geben kann, ohne zu überfordern. „Durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema Gewalt und sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche wurde uns deutlich, welch ein machtvolles Instrument die Sprache ist. Mit diesem Werkstatt-Tag wollten wir deshalb diejenigen in ihrer Arbeit unterstützten, die spirituelle Angebote in unserer Kirche und ihren Einrichtungen gestalten. Besonders wichtig war uns aber vor allem, dass sich Menschen mit eigener Gewalterfahrungen in Gottesdiensten und Andachten zu Hause fühlen können“, erklärt Pastorin Maike Lauter-Pohl, Studienleiterin für Gesellschaft und Religion der Evangelischen Akademie der Nordkirche.
Eindringliche Impulse als Geleitworte
Gleich zu Beginn ergriffen zwei betroffene Menschen selbst das Wort, der evangelische Pfarrer im Ruhestand und Mitglied des Beteiligungsforums der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Matthias Schwarz und die ehemalige Sprecherin der Betroffenenvertretung, Nancy Janz. Beide setzten mit ihren eindringlichen Impulsen einen achtsamen Ton, den Dr. Kristina Augst, Direktorin des Amtes für kirchliche Dienste der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, in ihrem Vortrag weiterführte. Einfühlsam lotete sie Möglichkeiten und Bedingungen einer sensible Gottesrede aus, die auch für Menschen mit Gewalterfahrungen stimmig sein könnte.
Vielfältige Workshops zu macht- und traumasensibler Sprache
In den anschließenden Workshops bot sich den Teilnehmenden dann die Gelegenheit, selbst den Umgang mit macht- und traumasensibler Sprache in den unterschiedlichsten Zusammenhängen auszuprobieren. Dabei stand die Gestaltung traumasensibler Gottesdienste genauso im Fokus wie die Abendmahlsfeier, die Gestaltung einer Rassismus-kritischen Spiritualität und der Blick auf neue und alte Kirchenlieder. Wichtig war allen Workshop-Leitenden, ein Gefühl dafür zu wecken, wie und wann Sprache Unsicherheiten auslöst.
Die Teilnehmenden aus den unterschiedlichsten Bereichen der Nordkirche – Ehrenamtliche wie Hauptamtliche – zogen nach dem Tag eine überwiegend positive Bilanz. „Es ist aber auch deutlich geworden, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und sexualisierte Gewalt in unserer Kirche weitergehen muss“, fasst Maike Lauther-Pohl die Reaktionen zusammen.
Weitere Fachtagung für März 2027 geplant
Ein nächster Termin zur weiteren und intensiven Beschäftigung mit diesem Thema steht bereits fest: für den 10.-11. März 2027 plant das Team des Werkstatt-Tages eine Fachtagung zu macht- und gewaltsensibler christlicher Theologie. Intention ist es auch hier, mit den Erkenntnissen der ForuM-Studie aus dem Jahr 2024 und der bis dahin gesammelten Erfahrungen aus dieser und ähnlichen Veranstaltungen weiterzuarbeiten.
Für Interessierte gibt es darüber hinaus auch eine Literaturliste zum Thema des Werkstatt-Tages mit weiterführender Literaturhinweisen und Links zum Thema macht- und traumasensibler Sprache. Sie ist abrufbar unter dem Link Reader Werkstatt-Tag Macht- und Traumasensible Sprache.
Text: Susanne Garsoffky
Referat für Öffentlichkeitsarbeit
Kirchenkreis Nordfriesland